Hormonsprechstunde

Hormonersatztherapie

Kaum eine Therapie wurde so verteufelt und so gehypt wie diese. Die Wahrheit liegt in der Mitte: Für die richtige Frau zur richtigen Zeit ist die HRT hochwirksam und sicher — für andere ist sie die falsche Wahl. Wir sortieren das mit dir, anhand deines Risikoprofils.

beste Therapie bei Hitzewallungen
Wirksamkeit
Start < 60 J. / < 10 J. nach Menopause
Fenster
transdermal bevorzugt
Form
jährliche Nutzen-Risiko-Prüfung
Kontrolle

Was die HRT kann — und was nicht

Gegen vasomotorische Symptome (Hitzewallungen, Schweißausbrüche) ist die Hormontherapie die wirksamste Behandlung, die es gibt. Sie verbessert oft Schlaf, Stimmung und urogenitale Beschwerden und schützt nachweislich den Knochen. Sie ist kein Anti-Aging-Programm und kein Allheilmittel — wer dir das verkauft, verkauft dir etwas.

Das Risiko-Kapitel, ohne Ausflüchte

Die berühmte WHI-Studie von 2002 hat der HRT ein Jahrzehnt Verruf eingebracht — mit älteren Präparaten, älteren Frauen und Fehlinterpretationen, die heute korrigiert sind. Aktueller Stand:

  • Transdermales Östrogen (Gel, Pflaster) erhöht das Thromboserisiko nach heutiger Datenlage nicht messbar — orale Präparate tun es
  • Brustkrebs: Kombinierte HRT erhöht das Risiko leicht (Größenordnung: wenige zusätzliche Fälle pro 1000 Frauen über Jahre) — vergleichbar mit Risikofaktoren wie Übergewicht oder täglichem Alkohol. Östrogen-Monotherapie (nach Gebärmutterentfernung) zeigt dieses Signal nicht
  • Timing zählt: Start unter 60 bzw. binnen zehn Jahren nach der Menopause hat das günstigste Nutzen-Risiko-Verhältnis
Klare Kontraindikationen — z. B. aktiver oder durchgemachter Brustkrebs, akute Thrombose — respektieren wir ohne Diskussion. Dann gibt es nicht-hormonelle Optionen, und auch die sind besser als Durchhalten.

So verordnen wir

Bioidentisches Östradiol transdermal plus mikronisiertes Progesteron (bei vorhandener Gebärmutter) ist unser Standard — niedrig beginnen, nach Wirkung titrieren. Vor dem Start: Anamnese, Blutdruck, Brust- und Ultraschallstatus. Danach: jährliche Nutzen-Risiko-Prüfung statt starrer Fristen. Und wenn du absetzen willst, planen wir das gemeinsam — ausschleichend, ohne Drama.

Häufige Fragen zur HRT

Wie schnell wirkt die Therapie?

Hitzewallungen bessern sich oft binnen zwei bis vier Wochen deutlich; Schlaf und Stimmung folgen meist. Nach drei Monaten ziehen wir Bilanz und justieren die Dosis.

Bioidentisch — ist das nicht Marketing?

Der Begriff ist überstrapaziert, der Kern stimmt: Transdermales Östradiol und mikronisiertes Progesteron sind strukturgleich mit körpereigenen Hormonen und haben das günstigste Sicherheitsprofil. Von individuell angerührten „Compounding"-Cremes ohne Zulassung raten wir dagegen ab.

Nehme ich durch die Hormone zu?

Die Studienlage zeigt: Gewichtszunahme in den Wechseljahren passiert mit und ohne HRT — sie ist Stoffwechsel, nicht Therapiefolge. Manche Frauen halten unter HRT ihr Gewicht sogar leichter, weil Schlaf und Antrieb zurückkommen.

Was kostet das?

Die Präparate übernimmt bei Beschwerden mit Krankheitswert in der Regel die Kasse. Die ausführliche Erstberatung ist Kassenleistung; erweiterte Labordiagnostik ohne Kassenindikation besprechen wir vorher transparent.

Deine Frage nicht dabei?Schreib uns — direkt und sicher über die Onlinerezeption.

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HRT — ja, nein, vielleicht?

Bring deine Vorgeschichte mit, wir bringen die Studienlage. Am Ende steht deine Entscheidung — informiert statt verunsichert.

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