Warum Ihre Frauenärztin weniger Zeit hat.
Ein offenes Wort zu Wartezeiten, Digitalisierung und dem, was 2027 kommt. Keine Werbebroschüre — eine Erklärung.

Drei Sätze, die wir so oder ähnlich lesen und hören.
Ärztliche Arbeit ist gedeckelt.
Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen eine Praxis nicht für jede erbrachte Leistung, sondern bis zu einer bestimmten Menge pro Quartal. Was darüber hinausgeht, wird geleistet — aber nicht oder nur stark gemindert vergütet. Gehälter, Miete, Geräte, Hygiene und IT laufen unterdessen weiter.
Eine Praxis hat drei Auswege.
Unbezahlt weiterarbeiten
Das tun viele Praxen — bis es nicht mehr geht. Bundesweit schließen Praxen oder finden keine Nachfolge. Auch die Praxis, die vor uns an diesem Ort war, wurde am Ende so getragen: mit unbezahlter Mehrarbeit. Was manche heute vermissen, war nie kostenlos. Es wurde bezahlt — von den Menschen, die hier gearbeitet haben.
Schneller werden
Mehr Patientinnen in derselben Zeit. Wir haben es versucht. Es senkt die Qualität, verheizt das Team und hält nicht. Für uns keine Option.
Kapazität ehrlich begrenzen
Klare Kontingente, planbare Termine — und, ja: Wartezeiten. Wir haben uns dafür entschieden.
So vergeben wir die Termine.
Die Krebsfrüherkennung bleibt eine Kassenleistung. Was sich ändert, ist der Zugang — weil die Kapazität budgetiert und damit knapp ist. So verteilen wir sie:
Termine vergeben wir maximal drei Monate im Voraus. Das Kontingent ist eng.
Anfragen laufen telefonisch — so können wir im Gespräch einordnen, wie dringend Ihr Anliegen ist.
Unsere Ärztinnen priorisieren medizinisch: auffällige Abstriche, Tastbefunde, kontrollbedürftige Vorbefunde zuerst. Das ist die einzige Verteilung, die vertretbar ist.
Was danach frei bleibt, geben wir laufend zur telefonischen Anfrage frei.
Wir haben viele Fünf-Sterne-Bewertungen. In letzter Zeit auch mehrere mit einem Stern — fast alle zu genau diesem Punkt: Erreichbarkeit und Vorsorgetermine. Wir lesen sie, und wir nehmen sie ernst.
Sie sagen uns vor allem eines: Wir haben schlecht erklärt, was hier passiert. Es geht nicht um Gier und nicht um den Verlust ärztlicher Haltung — es geht um eine Kapazität, die nicht mehr für alle reicht, und um die Frage, wer sie zuerst bekommt. Diese Seite ist unsere Antwort.
Was das GKV-Spargesetz konkret streicht.
Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz beschlossen. Für die ambulante Versorgung heißt das: Leistungen, die bisher voll vergütet wurden, wandern unter den Budgetdeckel — kurzfristig vermittelte Termine und offene Sprechstunden (TSVG), ePA-Zuschläge. Hygiene- und Wartezeitzuschläge werden ersatzlos gestrichen.
Honorarrückgang der Frauenheilkunde in Baden-Württemberg ab 2027 (KVBW)
weniger Vergütung pro Jahr — von 323,5 Mio. € Gesamthonorar 2025
ist das Basisjahr: Jede Mengensteigerung senkt die Auszahlungsquote. Mehr arbeiten macht es schlimmer.
Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg und Berufsverband der Frauenärzte, Juli 2026.

Der Deckel finanziert diese Praxis nicht.
Kurse, Mitgliedschaften und Selbstzahlerleistungen finanzieren, was die Kassenvergütung nicht mehr trägt: Zeit, Personal, Ausstattung. Wir sagen das offen, statt es zu verstecken. Wer diese Angebote nicht möchte, bleibt selbstverständlich unsere Patientin.
Nicht alleinWir stehen im Austausch — und sprechen als eine der ersten offen.
Wir stehen im laufenden fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der Region, mit unserem Berufsverband und mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Was hier steht, ist keine Konstanzer Einzelmeinung, sondern die Realität der ambulanten Frauenheilkunde — meist hinter verschlossenen Türen besprochen. Wir gehören zu den ersten Praxen, die offen damit umgehen und tragfähige Modelle für die Zeit nach 2027 erproben. Das ist unbequem und bringt uns Kritik ein. Wir halten es für den ehrlicheren Weg.
Und wenn Sie das nicht mittragen wollen?
Dann ist das Ihr gutes Recht, und wir nehmen es Ihnen nicht übel. Wir geben Ihre Unterlagen zügig heraus und wünschen Ihnen aufrichtig alles Gute. Wir möchten nur, dass Ihre Entscheidung auf richtigen Annahmen beruht: Der Rahmen gilt für jede Praxis in Deutschland. Und sollten Sie zurückkommen wollen — Sie sind willkommen. Ohne Erklärung.
Wir stehen auf Ihrer Seite. Auch dann, wenn es sich gerade anders anfühlt.
Fragen dazu?
Sprechen Sie uns an. Wir antworten ehrlich — auch wenn die Antwort unbequem ist.
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